Strafrechtsvergleichung und Europäisierung

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Netzwerk untersucht „Die Rolle der Rechtsvergleichung bei der Europäisierung der Strafrechtspflege“: Welche Phänomene im europäischen Strafrecht beruhen auf Rechtstransfer oder können ihren Nutzen aus Strafrechtsvergleichung der verschiedenen nationalen Rechtsordnungen ziehen?

Das Zusammentreffen, aber auch das bereits erfolgte Zusammenwachsen verschiedener Rechtsordnungen und Rechtskulturen in Europa hat ebenso wie die Konstitutionalisierung der Europäischen Union die Bedeutung der (Straf-)Rechtsvergleichung wachsen lassen. Diese ist somit wichtiger Bestandteil der europäischen Rechtspolitik und der europäisierten Rechtspraxis, etabliert sich zunehmend aber auch in der Rechtsdogmatik oder Rechtstheorie.

Strafrechtsvergleichung ist dabei gleichzeitig Lösung und Problem. Zu Letzterem wird sie, wenn ihre Leistungsfähigkeit überschätzt, die Notwendigkeit theoretischer und methodischer Reflexion unterschätzt oder inhaltliche Ansätze durch politisch-praktische Bedürfnisse überlagert werden. Das Netzwerk möchte die wissenschaftliche Debatte zu Theorie, Methode und praktischer Leistungsfähigkeit der Strafrechtsvergleichung mit Blick auf die Europäisierung der Strafrechtspflege beleben und zur Wiederentdeckung der Strafrechtsvergleichung als Grundlagendisziplin beitragen.

Dr. Marc Engelhart ist an dem Netzwerk als assoziiertes Mitglied beteiligt und widmet sich im Besonderen den Fragen der funktionalen und statistischen Rechtsvergleichung sowie der Bedeutung der Strafrechtsvergleichung für das europäische Wirtschaftsstrafrecht.