Vortrag zum Japanischen Präventionsstrafrecht

Am 25. Januar 2017 hält Prof. Dr. Yuke NAKAMICHI (Waseda Universität, Tokio) am Max-Planck-Insitut einen Vortrag zum "Präventionsstrafrecht in Japan Hintergrund, Entwicklung und Aufgaben der "Aktivierung von Strafgesetzgebung".

 

Zur Thematik

Seit Beginn des 21. Jahrhundert zeigt sich so wohl in Japan als auch in Deutschland ein gemeinsames Phänomen: die sog. Vorverlagerung der Strafbarkeit. Das Phänomen wird in Japan unter dem Schlagwort „Aktivierung von Strafgesetzgebung“ und in Deutschland unter den Termini „Präventionsstrafrecht“ oder „Risikostrafrecht“ erfasst. Um staatliche Eingriffe ins Vorfeld der Rechtsgutsverletzung zu ermöglichen, nimmt in beiden Ländern die Anzahl der abstrakten Gefährdungsdelikte – insbesondere in Bereichen wie Cyberkriminalität oder Kriminalität gegen Kinder ­– zu. Hingegen ergibt sich jedoch ein auffälliger Unterschied im Bereich des Terrorismusstrafrechts. Während die EU Staaten einschließlich Deutschland Vorbereitungshandlungen für Terrorismus unter Strafe stellen, präferiert Japan verwaltungsrechtliche Maßnahmen, um Terrorismus zu bekämpfen. Der Vortrag skizziert zunächst den japanischen Hintergrund für die Vorverlagerung und die – dazu parallel verlaufende – Verschärfung der Strafbarkeit, geht sodann  auf den Unterschied in der Anti-Terror-Gesetzgebung zwischen Deutschland und Japan ein , und  zeigt schließlich Ansätze für die gemeinsam zu lösenden Aufgaben auf.

 

Lebenslauf von Prof. Dr. Yuki NAKAMICHI

Yuki NAKAMICHI wurde 1980 in Oita, Japan geboren. 1999 nahm er das Studium der Rechtswissenschaft an der Waseda Universität, Tokio auf und beschloss dort 2003 das Studium mit dem Bachelor of Law. Im Anschluss daran begann er seinen Masterstudiengang an der Graduate School of Law, Waseda Universität und erlangte 2005 den Titel „Master of Law“. 2012 promovierte er bei Prof. Dr. Norio TAKAHASHI, Waseda Universität, zum Thema „Handlungsbegriff und Strafrechtsdogmatik“. Diese Dissertation wurde 2013 unter dem Titel „Umstellung des Handlungsbegriffs“ publiziert.

Von 2008 bis 2010 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät der Rechtswissenschaft, Waseda Universität. 2010 erhielt er die Stelle als Assistant Professor an der Fakultät der Sozialwissenschaften, Waseda Universität und wurde 2012 zum Associate Professor an derselben Fakultät ernannt.

Vom September 2015 bis Februar 2017 ist er Gastwissenschaftler an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie Stipendiat der Alexander von Humboldt Stiftung (Betreuer: Prof. Dr. Henning Rosenau).

Im April 2017 wird er zum Professor für Strafrecht an der Fakultät der Sozialwissenschaften, Waseda Universität, Tokio, berufen werden.